Die gute Nachricht gleich vorneweg: Es sind die kleinen Dinge, die für unsere Kinder den Unterschied machen. Ja, wir spüren: Unser Alltag ist oft nicht kindergerecht getaktet. Zu schnell, zu laut, zu viele Termine. Aber wir müssen nicht alles umkrempeln, sondern können mit kleinen Veränderungen unseren Alltag wieder näher an die Bedürfnisse unserer Familien bringen: Kontakt, Regulation, Orientierung.
Artgerecht bedeutet: Kinder brauchen vor allem Zeit für Kontakt, sie brauchen unsere Nähe, jemanden, der für sie da ist und Raum für Bewegung und ihren kleinen Forschergeist. Ihr Gehirn ist nicht für Dauerstress gemacht, sondern dafür, in Ruhe ein Bilderbuch anzusehen, einen Gedanken zu fassen und vor sich hin zu reden, während sie sich die Schuhe anziehen. So können sie sich regulieren und wir können ihnen besser Orientierung geben. Wenn wir das verstehen, müssen wir weniger erziehen – und können mehr begleiten.
Wir Erwachsenen sind oft ergebnisorientiert – Kinder sind prozessorientiert. Wir wollen, dass die Haare gekämmt, die Zähne geputzt, die Schuhe angezogen sind. Kinder wollen herausfinden, wie es geht, sie wollen uns etwas erzählen, gemeinsam die Zeit genießen. Wenn wir ihnen dafür passende Zeitfenster geben, läuft es für alle leichter.
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