Artikel: 6-10 Jahre
 

Die Lesestufen beim Lesenlernen

Lesenlernen ist wie Treppensteigen. Erfahre jetzt hier, was für Stufen es gibt und welche Bücher für Erstleser sinnvoll sind.

Beim Lesenlernen stößt du schnell und häufig auf den Begriff „Lesestufen“. Entwicklungspsychologen sprechen zum Beispiel von Stufenmodellen des Lese- und Rechtschreiblernens und Buch-Verlage bieten Erstlesebücher in verschiedenen Lesestufen an. Passend zu dem Begriff Stufen stell dir das Lesenlernen wie eine Treppe vor, an deren Ende unzählige Buch-Welten auf dein Kind warten. Aber bis es dahin kommt, ist das Lesenlernen ein ganz schön langer und komplexer Prozess. Am Anfang steht dein Kind noch vor der ersten Stufe und muss erst mal alle Fähigkeiten zusammensammeln, die es für das erste Lesenlernen ab Stufe 1 braucht.  Zum Glück gibt es spezielle Erstlesebücher, die dein Kind in jeder Phase optimal unterstützen. Wir verraten dir, welche Bücher wann richtig sind.

lesen lernen mit baby

Lese-Vorstufe: Vorbereitung auf das Lesenlernen

Die erste Vorbereitung auf das Lesenlernen förderst du durch regelmäßige Vorlesezeiten. Dabei wird dein Kind mit Zeichen, Schrift und Texten vertraut. Es trainiert sein Hörverständnis, schult sein Sprachgefühl und erweitert seinen Wortschatz. All das sind wichtige Voraussetzungen für das spätere Lesenlernen. Beim gemeinsamen Anschauen von Bilderbüchern mit großer Schrift kann es einen Zusammenhang zwischen Buchstaben und Lauten erahnen und ein Leseinteresse entwickeln. Diese Vorstufe zum Lesenlernen beginnt schon in der Kindergartenzeit und dann intensiver in der Vorschule. Ideale Bücher sind in dieser Zeit zum Beispiel

  • Bilderbücher mit großer Schrift 
  • Bücher mit Geschichten in Reimen 

  • Bild-Wörter-Geschichten, in denen einzelne Wörter durch Bilder ersetzt werden 

Lesestufe 1: Bücher für Leseanfänger

Einschulung! Nun geht es richtig los mit dem Lesenlernen. Dein Kind lernt die Buchstaben des Alphabets kennen und Buchstabengruppen wie au oder ei. Es ordnet diesen Buchstaben Laute zu und zieht sie zu Worten zusammen. Wenn es diesen Wörtern dann noch eine Bedeutung zuordnen kann, liest dein kleiner ABC-Schütze. Dabei werden gleichzeitig drei verschiedene Lese-Techniken vermittelt. Die phonologische Strategie meint das Lesen einzelner Buchstaben. Bei der lexikalischen Strategie ruft dein Kind bereits gelernte Worte aus dem Gedächtnis ab und erkennt sie samt ihrer Bedeutung. Und bei der kontextorientierten Strategie erschließt es sich den Sinn eines Textes aus dem Umfeld, zum Beispiel über Bilder. Neben den Texten in der Leselern-Fibel der Schule sind in dieser Zeit Bücher mit vielen Bildern ideal. Denn die helfen bei der Sinnerschließung. Die Schrift sollte sehr groß sein, die Worte einfach und die Sätze kurz. Vermeide Texte mit Silbentrennung und Blocksatz. Besser sind linksbündige Texte, die einfach gegliedert sind. Unterhaltsame Elemente wie Rätselfragen, Basteltipps oder Sachwissen unterstützen die Lesemotivation. Gut für den Lesestart sind zum Beispiel:

  • Bücher zum Gemeinsam Lesen. Dabei wechselst du dich mit deinem Kind beim Lesen ab. Du liest die kleine Schrift und lange Passagen, dein Kind die große Schrift und kurze Passagen. 

  • Sachbücher für Leseanfänger 

  • Erstlesebücher für die 1. Klasse oder die Lesestufe 1 

Schüler vor Bücherregal

Lesestufe 2: Bücher zum Üben der Lesekompetenz

In der zweiten Klasse ist die Basis des Lesens gelegt. Sowohl bekannte als auch unbekannte Wörter sollten gelesen und ihre Bedeutung erfasst werden können. Jetzt muss dein Kind das Lesen intensiv üben, um flüssig lesen zu können und die Lesegeschwindigkeit zu steigern. Daher liegt in dieser Zeit ein Hauptaugenmerk auf der Lesemotivation. Lass dein Kind die Bücher nach seinen Interessen selbst auswählen und richte feste Lesezeiten ein. Bücher mit Quiz- und Rätselfragen oder spannenden Informationen zwischendurch sorgen für motivierende Pausen beim anstrengenden Üben. Auch in dieser Phase des Lesenlernens sollte die Schrift groß und die Textabschnitte klein sein. Viele Bilder unterstützen dein Kind beim Textverständnis. Ideal zum Üben sind zum Beispiel:

  • Erstlesebücher für die 2. Klasse oder die Lesestufe 2 

  • Kinderbuchreihen ab 6 Jahren

  • Bücher, die die Silben-Methode anwenden und einzelne Silben farblich voneinander trennen 

  • Comics, Kinder-Zeitschriften oder Sachbücher für Lesemuffel 

 

Kind liest

Lesestufe 3: Bücher für das Textverständnis-Training

Nur wer viel liest, liest irgendwann richtig gut und hat Freude dran. Ein guter Leser kann wichtige von unwichtigen Textinhalten trennen, den Text sinnvoll strukturieren und in seiner Gesamtheit so erfassen, dass er ihn in eigenen Worten wiedergeben kann. Diese Fähigkeiten erleichtern deinem Kind die weitere Schullaufbahn enorm und sind auch danach eine wichtige Grundlage für Erfolg. Bücher der Lesestufe 3 trainieren das Textverständnis daher häufig durch kleine Quiz-Fragen zum Text. Für eine hohe Lese-Motivation sorgen ab acht Jahren außerdem Kinderbuchreihen, bei denen dein Kind einen Band nach dem anderen verschlingt. Die Bücher sollten für diese Lesephase über einen einfachen Satzbau verfügen. Die Schrift kann schon etwas kleiner und enger zusammengerückt sein, sollte aber immer noch sehr gut lesbar sein. Der Bildanteil kann auf gelegentliche Illustrationen zusammenschrumpfen und das Textniveau erhöht sein. Gut für Dritt- und Viertklässler sind zum Beispiel: 

  • Erstlesebücher für die 3./4. Klasse oder die Lesestufe 3 

  • Kinderbuchreihen ab 8 Jahren 

  • Bewährte Kinderbuch-Klassiker 

  • Sachbücher und Kinder-Zeitschriften 

In welcher Leselern-Phase ist dein Kind? Welche Bücher mag es besonders gerne? Hast du Tipps für die Lesemotivation? Schreib uns einen Kommentar!  

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