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Für Toleranz, gegen Vorurteile – so kannst du Kindern Werte vermitteln

Welche Werte sind dir wichtig? Toleranz? Respekt? Wir verraten, wie du deinem Kind wichtige Werte vermitteln kannst!

Was für ein Mensch soll dein Kind mal werden? Wie soll es sich anderen gegenüber verhalten? Was soll es als falsch, was als richtig wahrnehmen? Darüber entscheiden seine sogenannten Werte, die es vor allem in der Familie als einem Ort der Orientierung lernt. Bis Kinder etwa drei Jahre alt sind, richten sie sich bei der BeWERTung ihres Handelns so ganz nach ihren Bezugspersonen. Ab vier Jahren fangen sie dann langsam damit an, die moralische Ebene ihres Handels selbst wahrzunehmen. Und dieses innere Wertesystem festigt sich im Grundschulalter so weit, dass Kinder sich auch ohne äußere Kontrolle oder Einflussnahme entsprechend verhalten. Leseliebe hat nachgeforscht, wie du deinem Kind einen starken Wertekompass mit auf den Weg geben kannst, damit es an das Gute in der Welt glauben und schlechten Impulsen aus seiner Umwelt oder in sich selbst stark entgegentreten kann.

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Was sind Werte? Welche Werte sind wichtig?

Werte sind Einstellungen und Verhaltensweisen, die man als wertvoll betrachtet. Was das ist, kann sich von Kultur zu Kultur und auch von Mensch zu Mensch unterscheiden. Für die einen sind zum Beispiel Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Offenheit wichtige Werte. Für andere stehen Werte wie Pünktlichkeit, Fleiß und Respekt im Vordergrund. Und wieder andere legen besonders viel Wert auf Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und den Familienzusammenhalt. Die Werte, die du deinem Kind vermittelst, prägen es in der Regel ein Leben lang. Entsprechend groß ist die Bedeutung, die ihnen zukommt. Du weißt nicht, welche Werte dir wichtig sind? Dann überlege einfach mal, was du an anderen Menschen besonders bewunderst. Worüber regst du dich auf? Worauf wurde in deiner Kindheit viel Wert gelegt? Aber auch die Zeit, in der du lebst, stellt bestimmte Werte in den Vordergrund. Angesichts der aktuellen Debatten um Diversität, um Vorurteile und Diskriminierung zeigen sich zum Beispiel Offenheit und Toleranz als ganz besonders wichtige Werte.

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Indirekt Werte vermitteln: Vorbild sein und Werte praktisch umsetzen

Grob unterteilt, gibt es zwei Wege der Wertvermittlung. Der erste Weg ist der indirekte. Er funktioniert vor allem über die Vorbildfunktion und prägt besonders stark. Schon im Kleinkindalter beobachtet dein Kind dein Verhalten ganz genau und übernimmt daraus die Grundeinstellungen für seinen Wertekompass. Wie redest du mit anderen Menschen und über sie? Welche Ansichten vertrittst du dabei und wie verhältst du dich im Alltag? Wie tolerant, offen, ehrlich oder freundlich bist du? Wenn du deinem Kind etwas anderes vorlebst als du von ihm verlangst, führt das zu Verwirrung und inneren Wertekonflikten. Die oberste Grundregel für die Wertevermittlung ist daher: Lebe das, was dir wichtig ist! Möchtest du deinem Kind Toleranz und Respekt vermitteln, gelingt das zum Beispiel durch folgende Verhaltensweisen:

  • Offenheit gegenüber fremden Kulturen und Lebensstilen, d.h. zum Beispiel nicht schlecht über diese fremden Kulturen und Lebensstile reden, Interesse an anderen Lebensweisen zeigen, etc.
  • Vielfalt im Freundes- und Bekanntenkreis zulassen, indem auch unterschiedliche Meinungen akzeptiert werden und Freundschaften aufgrund innerer Werte und des Charakters geschlossen werden
  • Wertschätzung im Miteinander, d.h. für den Umgang mit deinem Kind eine zugewandte Körpersprache, aufmerksames Zuhören, auf Augenhöhe mit ihm reden und es einbeziehen
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Direkt Werte vermitteln: Über Werte sprechen und lesen

Der zweite Weg der Wertevermittlung ist der direkte. Du sagst deinem Kind, was dir wichtig ist, lobst richtiges und kritisierst falsches Verhalten. Dieser Dialog über Werte funktioniert etwa ab dem Vorschulalter. Diese Tipps können dir dabei helfen:

  • Gibt es Widersprüche zwischen deinen Werteforderungen und deinem eigenen Verhalten? Dann begründe sie gegenüber deinem Kind verständlich.
  • Erkläre deinem Kind, dass verschiedene Menschen Werte unterschiedlich bewerten. Wir machen das so, die machen das anders.
  • Erzähle deinem Kind Geschichten aus deinem eigenen Leben, die zeigen, warum dir bestimmte Werte wichtig sind.
  • Beantworte Warum-Fragen deines Kindes auf Augenhöhe und in der Ich-Form. Statt „Das macht man so“, sage zum Beispiel „Ich finde es gut, wenn …“
  • Mache die von dir gewünschten Werte für dein Kind erlebbar durch Spiele, in denen sich die Werte wiederfinden.
  • Lies mit deinem Kind Kinderbücher, die die für dich wichtigen Werte transportieren. Eine Auswahl toller Kinderbücher zum Thema Toleranz (Link) haben wir für dich zusammengestellt.
  • Frage dein Kind, wie es selbst gesehen werden möchte und bringe es dadurch zum Reflektieren über sich selbst.

Hast du noch mehr Tipps zur Werteerziehung? Worauf legst du bei deinem Kind besonders viel Wert? Welche Werte waren in deinem Elternhaus wichtig? Gibt es tolle Kinderbücher, die du zur Werteerziehung empfehlen kannst? Schreib uns einen Kommentar!

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