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Comic & Co.: die Welt der Bildergeschichten

Was ist die Definition für Graphic Novel, Comic & Manga? Wir haben die wichtigsten Infos zu Bildergeschichten für dich.

Bildergeschichten gibt es schon ewig. Bereits in der Antike wurden Bilderfolgen gemalt, die bestimmte Handlungen oder Ereignisse darstellten. Solche comicartigen Bildreihen gibt es aus den unterschiedlichsten Epochen und überall auf der Welt, zum Beispiel in Gräbern, Kirchen, Klöstern oder auf Wandteppichen. Zum Teil wurden diese historischen Bilder auch schon mit Spruchbändern versehen. Später entwickelten sich daraus die Sprechblasen. Heute sind Comics, Mangas und Graphic Novels überall präsent, haben riesige Auflagen und weltberühmte Helden. Wahrscheinlich bist auch du schon mit Comic Helden wie Donald Duck, Asterix und Obelix, den Peanuts, Lucky Luke, Tim und Struppi oder den DC und Marvel Heroes aufgewachsen. In ihren Geschichten kann es lustig oder actionreich zugehen, ernst oder dramatisch, romantisch oder sonstwie. Denn vom ursprünglich englischen „comic = komisch“ haben sich die Bildgeschichten schon längst gelöst und es gibt sie in wahnsinniger Vielfalt. Wir haben uns für dich die wichtigsten Comic-Formen genauer angeschaut!

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Was sind Comics?

Manche bezeichnen Comics als eigene Kunstform, andere als Genre der Literatur, wieder andere als eigenes Medium. Dementsprechend gibt es keine exakte Definition des Comics, mit der auch die Wissenschaft zufrieden wäre. Wir sehen das aber nicht ganz so eng und bezeichnen das Comic schlicht als „Bildgeschichte“. Oder anders: Ein Comic ordnet Bilder in einer erzählenden Reihenfolge an. Typische Elemente sind Bildrahmen (Panelrahmen), die Verwendung von Sprech- und Gedankenblasen sowie von Lautmalerei („klopf“, „hämmer“, „rrrring“) und das Erscheinen in Heftform. Auch stilisierte Figuren und die Verbindung von Bild und Text gelten als charakteristisch. Viele Comics sind dabei als ‚unendlich‘ fortlaufende Serien mit nicht alternden Comic Helden angelegt. Geschichtlich geht das heutige Comic auf eine lange Tradition der Bildergeschichten in Europa und Amerika zurück. Denk nur mal an Wilhelm Buschs „Max und Moritz“. Die heutige Form und Verbreitung von Comics als erstem Bild-Massenmedium der Geschichte hat ihren Ursprung jedoch im Druck von Comicstrips in amerikanischen Tageszeitungen. Die prägten auch den Begriff „Comic“. Ein regelrechter Boom und eine Ausrichtung auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche brach dann Ende der 30er Jahre mit den Comics über Superhelden aus.

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Was sind Mangas, Manhuas und Manhwas?

Während die Japaner den Begriff „Manga“ für alle Formen von Comics verwenden, versteht man in der westlichen Welt unter Mangas in erster Linie japanische Comics. Die fallen unter anderem durch Figuren mit außergewöhnlich großen Augen, langen, fülligen Haaren, durch wenig Text und filmische Erzählweisen auf. Manhuas sind daran angelehnte Comics aus China, Manhwas die entsprechenden Comics aus Korea. Mangas werden in der Regel von rechts nach links gelesen und sind zu einem großen Teil durchgängig schwarz-weiß. Das erste Mal verwendet, wurde die Bezeichnung „Manga“ übrigens Anfang des 19. Jahrhunderts von dem Holzschnittkünstler Katsushika Hokusai. Seitdem hat sich diese Comicform zu dem größten Comicmarkt weltweit entwickelt. Heute gibt es Mangas für jedes Alter, Mangas extra für Jungs und Männer (Shonen Manga) oder für Mädchen und Frauen (Shojo Manga). Auch thematisch ist in den oft langen und komplexen Geschichten alles Mögliche zu finden: Alltagsprobleme genauso wie Science Fiction, Action, Mystery, Romantik aber auch Horror oder Erotik. Deswegen sollte man bei der Auswahl von Mangas für Kinder unbedingt auf die Altersempfehlung achten und gerne auch vorab einen Blick hineinwerfen.

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Was sind Graphic Novels und Comicromane?

Die Ausdrücke „Novelle“ und „Roman“ legen es schon nahe: Bei dieser Form von Bildgeschichten geht es um komplexe und häufig sehr umfangreiche Erzählungen. Dabei wird gerade der Begriff „Graphic Novel“ häufig verwendet, um einen erhöhten Anspruch und eine ältere Zielgruppe zu vermitteln. Das zeigt sich auch in der äußeren Form. Denn in Abgrenzung zu Comic-Heften erscheinen Graphic Novels meist als hochwertige Hardcover. Den Comicroman gibt es dafür wie Kinderromane auch im Taschenbuchformat. Er ist insbesondere für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche angelegt und fügt Text und Bild auf eine ganz eigene Weise zusammen. Meist gibt es einen Fließtext, der durch viele comicartige Bilder oder einzelne Comicstrips begleitet wird. Auch die Schrift wird im Comicroman als gestalterisches Element genutzt, sodass eine extrem aufgelockerte, spielerische, lässige Optik entsteht. Thematisch dreht es sich dabei in der Regel um authentische Helden und ihre oft freche und lustige Bewältigung von Alltagsproblemen. Bekannte Bestseller-Beispiele dafür sind „Gregs Tagebuch“ „Mein Lotta-Leben“ oder „Dork Diaries“.

Welche Art von Bildergeschichten mögen du oder dein Kind besonders gerne? Hast du einen Tipp für einen unbedingt lesenswerten Comic für uns? Schreib uns einen Kommentar!

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