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Vorlesen? Klar! Aber auch Babys und Schulkindern?

Was bringt Vorlesen bei Neugeborenen? Und warum sollte man Kindern vorlesen, die schon selber lesen können? Finde es heraus! 

Neugeborene können weder sitzen, noch richtig sehen. Sie verstehen nicht die Bedeutung von Worten, können nicht reden, ja, noch noch nicht einmal auf etwas zeigen. Wozu sollte man ihnen also vorlesen? Der erste Grund für das Vorlesen bei Babys ist einer fürs Herz: Babys lieben die Stimmen ihrer Eltern. Selbst frisch geborene Säuglinge erkennen die Stimmen wieder, die sie während der Schwangerschaft viel gehört haben. Ihr Klang vermittelt ihnen Geborgenheit und Entspannung. Und nicht nur das. Babys erkennen sogar Geschichten wieder, die ihnen in den letzten Monaten der Schwangerschaft regelmäßig vorgelesen wurden. Die Stiftung Lesen empfiehlt das Vorlesen etwa ab dem dritten Lebensmonat. Wir von Leseliebe gehen noch weiter und raten: Fang schon in der Schwangerschaft mit dem Vorlesen an und mach dann nach der Geburt direkt weiter!  

Mutter, Kind mit Buch

Vorlesen für Babys: Sanftes Fördern mit Buch, Zeit und Stimme 

Es fördert dein Kind ungemein, wenn du viel mit ihm sprichst. Du legst dadurch die Grundlagen für die spätere Sprachkompetenz und unterstützt die Entwicklung seiner Wahrnehmung und Konzentrationsfähigkeit. Außerdem vermittelt es deinem Kind deine Anwesenheit und schenkt ihm das Gefühl, beachtet und umsorgt zu werden. Aber worüber sollst du die ganze Zeit mit dem hilflosen kleinen Menschen reden? Small-Talk? Babysprache? Lies deinem Baby besser etwas vor! Denn für all die entwicklungsfördernden Aspekte deiner Eltern-Baby-Kommunikation ist das Vorlesen eines Buches einfach perfekt. Da in den ersten Lebensmonaten vor allem deine Stimme zählt, sind Bücher mit Liedern und Reimen ideal. Sie verleihen deiner Sprache eine harmonische Melodie, die wie eine akustische Wiegebewegung wirkt. Mit dem Buch selbst kann das neugeborene Baby noch nicht viel anfangen. Das ändert sich zum Ende des dritten Lebensmonats, wenn sich das Sehen und das Zusammenspiel zwischen Auge und Hand deutlich entwickelt haben. Bücher werden interessante Gegenstände zum Betrachten, Befühlen und In-den-Mund-Stecken. Achte daher auf schadstofffreie Materialien und runde Ecken. Klassisches Vorlesen funktioniert mit diesen Büchern natürlich nicht. Aber für uns bedeutet Vorlesen auch, gemeinsam ein Bilderbuch anzuschauen und zu kommentieren.  

Vorlsen_rotes_Buch

Bis zu welchem Alter solltest du deinem Kind vorlesen? 

Spätestens wenn dein Kind für sich selbst die Sprache entdeckt, kommt die große Zeit der Geschichten. Zunehmend stellt es einen Bezug zu Bildern und Worten her. Es zeigt auf etwas und stellt Fragen, vielleicht erst mal nur mit einem Blick oder einem einzelnen Wort. Das ist ideal um mit deinem Kind im engen Kontakt zu sein und eure Bindung zu stärken. Das gilt auch oder insbesondere für größere Kinder. Die Stiftung Lesen empfiehlt, dem Kind bis zum Ende der Grundschulzeit vorzulesen, mindestens jedoch während der ersten beiden Schuljahre. Je vertrauter der Umgang mit dem Medium Buch ist und je mehr dem Kind vorgelesen wurde, umso leichter lernt es selbst das Lesen. Für Eltern ist das Vorlesen darüber hinaus eine tolle Gelegenheit, um nicht den Anschluss zu verlieren. 

„Wie war die Schule?“ 

„Gut.“ 

Kommt dir dieser Dialog bekannt vor? Dann findest du beim ritualisierten Vorlesen Zeit, um ausführlicher ins Gespräch zu kommen. In regelmäßig stattfindenden Momenten der ungeteilten Aufmerksamkeit fällt es nämlich besonders leicht über Erlebnisse und Probleme zu sprechen. Also lies deinem Kind solange vor, wie es das möchte. Am besten immer zur gleichen Zeit, in einer ungestörten und positiven Atmosphäre. Praktisch ist zum Beispiel die Zeit vor dem Schlafengehen. 

Wie handhabst du das Vorlesen bei deinem Kind? Hast du schon dem Babybauch vorgelesen? Was war euer erstes Babybuch? Schreib uns einen Kommentar! 

Vorlesen 

...fördert die Entwicklung deines Kindes, erleichtert das spätere Lesenlernen, stärkt die familiäre Bindung 

Vorlese-Empfehlungen 

...möglichst früh beginnen, solange es dein Kind mag, regelmäßig zur gleichen Zeit vorlesen, auf eine positive Atmosphäre achten 

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Die neusten Kommentare der Community

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Petra Sch.

Vorlesen? Klar! Aber auch Babys und Schulkindern?

Ich finde und fand Vorlesen immer schon wichtig! Ich habe damit angefangen, als meine Tochter ein Baby war. Mittlerweile ist sie 10,5 Jahre alt und hat morgen ihren ersten Tag im Gymnasium. Und ich lese immer noch vor! In den Ferien war es leider unregelmäßig, aber wenn ab morgen wieder der Alltag einkehrt, werden wir wieder unser übliches Ritual durchführen, wie wir es machen, als meine Tochter ca. in der 2./3. Klasse war: vor dem Schlafengehen lese zuerst ich etwas aus einem Buch vor, ca. 1-3 Kapitel (je nach Länge). Dabei kuscheln wir uns auf der Couch zusammen. Und danach im Bett liest meine Tochter noch etwa 15 Minuten selber in 'ihrem' Buch.