Artikel: 6-10 Jahre 
 
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Magische Lesemotivation für Kinder

Von Harry Potter bis Schule der magischen Tiere Geschichten voller Hexen, Zaubersprüche und Fantasie wecken die Lesemotivation. 

Wusstest du, dass es zwischen Lesemotivation und Lesekompetenz eine spannende Wechselwirkung gibt? Je besser dein Kind lesen kann, umso mehr Lesefreude hat es. Und je mehr es liest, umso stärker entwickelt sich seine Lesekompetenz. Von einer hohen Lesekompetenz wiederum profitiert dein Kind sein Leben lang, zunächst natürlich einmal in den vielen textlastigen Schulfächern. Die Fachwelt hat deswegen die Lesemotivation fest im Blick und unterscheidet die innere Lesemotivation (zum Beispiel Spaß am Lesen) und die äußere Lesemotivation (Belohnungen, gute Noten oder ähnliches). Für uns bei Leseliebe steht bei der Lesemotivation jedoch das Buch selbst im Vordergrund. Das kribbelnde Gefühl in den Fingerspitzen, bevor man ein neues Buch aufschlägt. Das kurze Luft-Anhalten, wenn man eine druckfrische Pracht-Ausgabe zum ersten Mal in den Händen hält. Die Vorfreude auf die unbekannten Welten, die man mit diesem Buch betritt. Besonders phantastische Elemente und Welten haben dabei das Potenzial diese magische Leseliebe zu wecken.  

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Magische Pausen statt magische Phase: Fantasy Bücher für Grundschulkinder

Mit dem Beginn der Grundschulzeit endet langsam auch die sogenannte magische Phase. Stück für Stück schwindet der Glaube an den Weihnachtsmann, an kichernde Feen im Wald oder funkelnde Magie hinter der nächsten Ecke. Dieses Ankommen in der herb-nüchternen Wirklichkeit kann ein echter Verlust für Kinder sein, den man jedoch großartig durch das Abtauchen in magische Welten auffangen kann. Fantasybücher bieten mit dem inneren Erleben all der verlorenen phantastischen Möglichkeiten Trost und eine entspannende Pause von der Realität. Und hat dein Kind das erst einmal erlebt, dann sind die Grundlagen für Lesemotivation und Leseliebe gesetzt. Natürlich funktioniert es nicht, deinem Kind einfach ein Buch hinzuhalten und zu sagen: „Lies“. Gerade so umfangreiche Werke wie „Harry Potter“ erschlagen leseunlustige Kinder mit ihrer puren Masse. Unsere Tipps sind daher: 

  • Lies gemeinsam mit deinem Kind und abwechselnd jeweils fünf Minuten. Je nach Lesekompetenz kannst du den Teil, den dein Kind vorgelesen hat, noch einmal selbst mitlesen. So kann sich dein Kind auch bei diesen Abschnitten noch einmal ganz auf den Inhalt statt auf das ‚Entziffern‘ konzentrieren und innere Bilder dazu erschaffen. Tipp für Leseanfänger: Korrigiere dein Kind beim Lesen zurückhaltend, um es nicht zu frustrieren. Du kannst mit ihm auch im Vorfeld absprechen, welche Art der Korrektur bei Vorlesefehlern okay ist. So fällt es Kindern meist leichter, die korrigierenden Hinweise anzunehmen. 

  • Statt für das Lesen die Freizeit zu kürzen (= Bestrafung), motiviere dein Kind durch eine extra Freiheit (= Belohnung). Zum Beispiel: „Schlafenszeit und Licht aus! Oder du darfst noch eine Viertelstunde lesen.“ 

  • Etabliere gemeinsame Lesezeiten in der Familie – das schafft einen sanft motivierenden Gruppendruck, vermittelt als stilles Nebeneinander eine ganz besondere Form von Gemeinschaft und Geborgenheit und integriert das Lesen als ‚normale‘ Aktivität im Alltag. 

  • Vorlesen schafft einen ersten Zugang zur Buchwelt. Und wenn du dabei deine eigene Buchbegeisterung offen zeigst, schaffst du als Vorbild die beste Voraussetzung für die Wahrnehmung von Leseliebe und Büchern als magischen Portalen.  

  • Für den besonderen Leseanreiz magischer Welten wähle Fantasybücher aus, die zu deinem Kind passen. „Bitte nicht öffnen ist zum Beispiel lustig und spannend, „Harry Potter“ aufregend und komplex, „Die Schule der magischen Tiere“ alltagsnah und verständnisvoll. Ideal zum Einstieg ins Phantastische sind insbesondere Bücher aus dem Urban Fantasy Genre, bei denen der Ausgangspunkt für die magischen Ereignisse die bekannte Welt ist. 

 

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Das Phantastische als Suchtfaktor

Das Grundschulkind steht in der Entwicklung zwischen Kleinkind und Jugendlichem und damit zwischen den Lesestoff-Phasen, die Entwicklungspsychologin Charlotte Bühler einst als „Märchenalter“ und „Robinsonalter“ bezeichnet hat. Ersteres meint das Interesse an phantastischen Elementen (magische Phase), zweiteres die Lust auf realitätsbezogene Abenteuer. Beides fließt im Grundschulalter zusammen, was Urban Fantasy schlichtweg zum perfekten Lesestoff macht. Aber es gibt auch noch andere Argumente, warum Fantasybücher eine ideale Lesemotivation bieten: 

  • Das Genre Fantasy steht meist für sehr, sehr spannende Kinderbücher. Und Spannung ist extrem hilfreich, um die Leselust bei Kindern zu wecken. Für Spannung sorgen dabei typisch phantastische Elemente wie eine Helden-Quest (Aufgabe), bei der es häufig sogar um die Rettung der ganze Welt geht, Außenseiter, die zu Auserwählten werden (Harry Potter, Die unendliche Geschichte) und Geheimnisse, die es zu lüften gilt (Bitte nicht öffnen). 

  • Originelle Ideen, fantasievolle Figuren und Ereignisse stimulieren intensiv die Vorstellungskraft und sorgen für leuchtende, detailreiche Bilder im Kopf und starke Gefühle. Das erleichtert das Abtauchen in die Geschichte und bietet einen direkten Zugang zum Zauber des Lesens. Auch humorvolle Fantasy Geschichten bieten einen starken Erlebnis-Faktor. 

  • Typisch für das Genre Fantasy sind epische Bücher oder Buchreihen, in denen die phantastischen Welten immer weiter ausdifferenziert werden. Häufig endet ein Abschnitt dabei mit einem Cliffhanger, der einen voll kribbeliger Neugierde und lippenkauender Spannung bei nächster Gelegenheit weiterlesen lässt.  

Was ist mit dir? Bist du ein absoluter Fantasy-Fan und konntest auch dein Kind schon für das Genre begeistern? Wenn ja, mit welchen Büchern? Was fasziniert dich besonders an den magischen Welten? Haben wir einen Punkt vergessen? Dann schreib uns gerne einen Kommentar! 

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