Artikel: 1-10 Jahre 
 
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Mit Kindern über Gefühle reden

Was sind Gefühle? Wie kann man Gefühle ausdrücken? Wie du kinderleicht über Gefühle reden & so dein Kind stärken kannst!

Es gibt keine falschen Gefühle. Jedes Gefühl hat seine Berechtigung. Doch sollte man in der Lage sein, für jedes Gefühl einen angemessenen Ausdruck zu finden, selbst für die negativen. Und man sollte Gefühle beeinflussen können. Das braucht ein Kind zum Beispiel, um sich bei Frust nicht in einen Tobsuchtsanfall hineinzusteigern und sich selbst zu beruhigen. Ebenso ist es für eine gesunde Selbstwahrnehmung und für starke Beziehungen wichtig, die eigenen Gefühle erkennen und mitteilen zu können und auf die Gefühle anderer zu reagieren. Für all das bildet das Alltagsleben in der Familie die Grundlage. Wenn hier über Gefühle gesprochen wird und sie offen gelebt werden, unterstützt das die gesunde Entwicklung eines Kindes enorm. Doch es ist nicht immer leicht, über Gefühle zu reden, gerade wenn Kinder noch klein sind. Leseliebe erklärt dir, wie es ganz einfach funktioniert.

Was sind Gefühle? Gefühle Kindern erklären

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Über Gefühle reden Was sind Gefühle Gefühle ausdrücken Gefühle erklären

Wenn man einem Namen für Gegenstände beibringt, zeigt man meist auf etwas und benennt es. Genauso funktioniert es auch mit Gefühlen. Denn obwohl die Gefühle selbst unsichtbar sind, haben sie doch in der Regel einen sichtbaren Ausdruck. „Das Kind weint. Es ist traurig.“ Oder „Der Mann lacht. Er ist fröhlich.“ Über die Benennung dieser sichtbaren Reaktionen wird das sprachliche Verständnis für Gefühle gefestigt. Im zweiten Schritt kannst du Zusammenhänge erklären. „Der Junge schimpft. Er ist wütend. Sein Bauklotzturm ist umgefallen.“ So versteht dein Kind, dass Gefühle auch Reaktionen auf etwas sein können.

Benenne und erkläre besonders auch deine eigenen Gefühle. Gerade bei negativen Emotionen ist es wichtig, dann auch die Strategien zum Umgang mit dem Gefühl mitzuteilen. „Ich habe gerade gehört, dass meine ganze Arbeit umsonst war. Das macht mich wütend. Ich muss jetzt erstmal an die frische Luft und tief durchatmen.“

Über Gefühle reden: Wann und wie gelingt es?

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Über Gefühle reden mit Kinderbuch über Gefühle

Über Gefühle zu reden stärkt die Eigenwahrnehmung und die Fähigkeit, die Gefühle anderer zu lesen. Der richtige Zeitpunkt dafür ergibt sich aus den Ereignissen in eurem Alltag. Gab es heute einen Wutanfall? Ist etwas richtig Tolles passiert? Hatte dein Kind Angst? Sprich das entweder direkt in der Situation an („Du bist gerade ganz schön wütend, oder?“) oder thematisiere es, sobald sich ein ruhiger Moment für ein entspanntes Gespräch ergibt. Optimal eignen sich auch Kinderbücher über Gefühle als Gesprächsanlass. Dein Kind hatte einen Wutanfall, war sehr ängstlich oder traurig? Dann kuschele dich doch einfach mit ihm hin und lies ein altersgerechtes Kinderbuch dazu. Zwischendurch kannst du auch Fragen stellen, z.B.: „Hast du dich heute auch so gefühlt?“ Wichtig: Erzwinge keine Antwort und schenke deinem Kind den Raum, den es braucht. Ebenso solltest du beim Gespräch über Gefühle absolut wertfrei bleiben. Denk dran: Jedes Gefühl hat seine Berechtigung. Trotzdem gibt es No-Gos beim Ausdruck der Gefühle, z.B. Gewalt. Biete deinem Kind hierfür alternative Strategien an. Dabei findest du in Kinderbüchern oft richtig tolle Ideen.

Gefühle und Spiele – Emotionen spielerisch kennenlernen

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Über Gefühle reden Gefühle und Spiele Gefühle benennen Gefühlsbarometer basteln

Du möchtest das Thema mit etwas mehr Leichtigkeit und Spaß angehen? Dann mache doch ein Spiel draus. Zum Beispiel könntet ihr Gefühle-Raten spielen. Dazu stellt immer abwechselnd einer ein Gefühl dar, entweder nur durch das Verziehen des Gesichts oder pantomimisch mit dem ganzen Körper. Der andere muss dann raten, was für ein Gefühl das sein soll. Oder der eine überlegt sich ein Gefühl und der oder die Mitspieler stellen dazu Fragen. Zum Beispiel: „Wie würde dein Gefühl als Landschaft aussehen? Welche Farbe hat dein Gefühl? Was wäre dein Gefühl als Getränk, Tier oder Essen?“ Auch dabei geht es natürlich darum, das gedachte Gefühl zu erraten. Eine andere und sehr schöne Möglichkeit, sich mit Gefühlen auseinanderzusetzen, ist das Basteln eines Gefühlsbarometers. Dazu schneidet ihr aus Karton einen großen Kreis und einen Pfeil aus. Dann malt ihr dort wo bei einer Uhr die Ziffern für die Uhrzeiten sind, Smileys mit unterschiedlichen Gefühlsausdrücken hin. Die Grundgefühle wie Wut, Freude, Angst, Traurigkeit, Zufriedenheit, etc. sollten unbedingt dabei sein. Nun bringt ihr nur noch den Pfeil mit einer Musterbeutelklemme in der Kreismitte an. Schon kann dein Kind immer dann, wenn es möchte, den Pfeil auf seinen aktuellen Gefühlszustand einstellen.

Wenn Kinder sich verschließen – Erste-Hilfe-Tipps

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Über Gefühle reden Kind redet nicht über Gefühle aktives Zuhören

Dass kleine Kinder ihre Gefühle komplett für sich behalten, kommt eher selten vor. Umso typischer wird es, sobald dein Kind auf die Pubertät zusteuert. Die Antworten werden immer knapper und dein Sprössling unzugänglicher. Doch egal in welchem Alter sich dein Kind zurückzieht oder einfach nicht über seine Gefühle reden mag, echtes Zuhören kann helfen. Achte auch auf eine offene Gesprächskultur in deiner Familie, in der die Argumente des Kindes gelten und dessen Widerstand respektiert wird. Tut man das nicht, kann es passieren, dass sich ein Kind mit trotzigem Schweigen wehrt. Aktives Zuhören beginnt mit dem Signalisieren von ernsthaftem Interesse. Statt Rechenschaft zu verlangen („Warum hast du im Unterricht nicht besser aufgepasst?“) frage interessiert nach („Was war denn los?“). Zwischendurch kannst du das Gesagte kurz zusammenfassen, selbstverständlich ohne deinem Kind ins Wort zu fallen. Dadurch klärst du, ob du dein Kind richtig verstanden hast und dein Kind siehst, dass du ihm wirklich zuhörst. Verzichte außerdem auf wertende Kommentare. Versuche stattdessen gemeinsam mit deinem Kind Lösungsstrategien zu finden. Wir wünschen dir viel Erfolg!

Wie gelingt es dir, mit deinem Kind über Gefühle zu reden? Hast du noch weitere Tipps für uns? Oder gibt es ein tolles Kinderbuch, das dir dabei schon einmal geholfen hat? Wenn ja, welches? Schreib uns gerne einen Kommentar!

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