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Nikolaus feiern mit Kindern

Wann kommt der Nikolaus? Welche Nikolausgeschenke gibt's für Kinder? Lies hier, was du über den Nikolaustag wissen musst!

Jedes Jahr am 6. Dezember feiern wir den Nikolaustag. Wenn dann am Morgen die Kinder vor die Tür schauen, finden sie in ihren blitzblank geputzten Stiefeln oder Schuhen Süßigkeiten und kleine Geschenke. Auch viele, viele Kinderbücher, Lieder und Gedichte widmen sich dem berühmten Heiligen. Warum aber feiern wir eigentlich den Nikolaustag? Welche Nikolausbräuche gibt es und was sind tolle Nikolausgeschenke? Leseliebe hat für dich nachgeforscht!

Die Nikolausgeschichte: Wer war der Nikolaus historisch?

Anders als Weihnachtsmann und Christkind hat der Nikolaus ganz real existiert. Du kannst deinem Kind also reinen Gewissens sagen: „Ja, den Nikolaus gab es wirklich!“ Der Heilige Nikolaus war einst der Bischof Nikolaus von Myra, der Ende des 3. und Anfang des 4. Jahrhunderts nach Christus lebte. Bereits mit 19 Jahren wurde dieser zum Priester geweiht und später zum Bischof von Myra gewählt. Das liegt in der heutigen Türkei etwa 100 Kilometer von Antalya entfernt. Dem Bischof von Myra wurden zahlreiche Wundertaten zugeschrieben und man sagt ihm nach, er habe all seine Besitztümer an die Armen verteilt. Bei den Legenden um sein Leben geht man jedoch davon aus, dass hier auch Geschichten über andere Geistliche eingeflossen sind, die später gelebt haben.

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Umzüge, Süßigkeiten und Nikolausgeschenke: Warum feiern wir Nikolaus?

St. Nikolaus ist einer der beliebtesten Heiligen der Christenheit überhaupt und überall auf der Welt bekannt. Zu seinem Todestag, dem 6. Dezember gedenkt man ihm als einem mildtätigen und wunderwirkenden Bischof. Kult und Brauchtum rund um den Heiligen Nikolaus begannen allerdings erst rund 200 Jahre nach seinem Tod. Ihm wurden Kirchen und Kapellen geweiht, es gab Prozessionen und Umzüge. Warum aber werden Kinder zu Nikolaus beschenkt?

Schon seit Mitte des 16. Jahrhunderts ist der Nikolaus als Gabenbringer für Kinder belegt und sogar die weihnachtliche Bescherung fand einst am Nikolaustag statt. Ein immer wieder erwähnter Ursprung des Brauchtums ist das mittelalterliche Kinderbischofsspiel, bei dem ein Kind für einen Tag in die Rolle des Bischofs schlüpfte. Ursprünglich am 28. Dezember zum Tag der Unschuldigen Kinder veranstaltet, wurde das Spiel im 13. Jahrhundert meist am 6. Dezember, gefeiert. An einem oder mehreren Tagen hatte dieser Kinderbischof dann das Sagen, durfte den Segen spenden, Umzüge in bischöflicher Kleidung mit Gesängen und Tributforderungen durchführen. Manche sagen auch, dass der Kinderbischof die Lehrer beurteilen und beschenken oder bestrafen durfte. An anderer Stelle heißt es, dass sich daraus der Brauch entwickelte von Tür zu Tür zu gehen und die Kinder zu prüfen. Das hing vielleicht aber eher damit zusammen, dass für den Gottesdienst am 6. Dezember stets das Gleichnis von den anvertrauten Talenten vorgegeben war. Darin geht es um die Abrechnung nach vergangenem Verhalten. Ein anderer Ursprung für den Geschenkebrauch basiert auf der Legende von den drei Jungfrauen …

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Nikolausgeschichte für Kinder – die schönsten Legenden

Um heiliggesprochen zu werden, muss man vor seinem Tod große Opfer gebracht, eine heldenhafte Tugend gezeigt oder Wunder gewirkt haben. So stehen auch hinter dem Heiligen Nikolaus viele, viele Geschichten um seine außergewöhnliche Mildtätigkeit und um Wunder, die er vollbracht haben soll. Die wohl bekannteste Nikolausgeschichte handelt von einem verarmten Vornehmen mit drei Töchtern. Dieser Mann war so arm, dass er den Töchtern keine Mitgift für eine Heirat geben konnte. In seiner großen Verzweiflung wollte er stattdessen die Dienste seiner Töchter an vorbeiziehende Männer verkaufen. Nikolaus von Myra hörte davon. Um die Unschuld der Jungfrauen zu bewahren, warf er an drei aufeinanderfolgenden Nächten Goldklumpen durch das offene Fenster des Hauses. In einer Variante der Geschichte warf der Bischof das Gold durch den Kamin in die dort zum Trocknen aufgehängten Socken. Diese Legende kam durch englische Einwanderer in die USA, woraus dann der amerikanische Weihnachtsbrauch entstand, zu Weihnachten Socken aufzuhängen.

Eine andere Nikolausgeschichte besagt, dass der Bischof von Myra die Kommandanten dreier Schiffe überredete, von einer kaiserlichen Kornlieferung etwas für das hungernde Volk abzugeben. Als die Schiffe dann beim Kaiser eintrafen, fehlte auf wundersame Weise jedoch nicht ein Korn, während das Volk sowohl genug zu essen als auch für die Aussaat hatte. In einer dritten Nikolausgeschichte heißt es, dass St. Nikolaus Seemännern in Not erschienen sei, den Wind gebändigt und die Navigation übernommen hätte. Seitdem gilt er als Schutzpatron der Seefahrer. Nikolaus von Myra soll Tote wieder lebendig gemacht und unschuldig Verurteilte gerettet haben. Kein Wunder, dass er zum Heiligen ernannt wurde, oder?

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Was unterscheidet Nikolaus und Weihnachtsmann?

Roter Mantel, weißer Rauschebart und ein Sack voller Geschenke – in vielen Dingen sind sich der Nikolaus und der Weihnachtsmann extrem ähnlich. Das liegt daran, dass der Weihnachtsmann gewissermaßen vom Heiligen Nikolaus abstammt. Das Brauchtum um den Nikolaus brachten nämlich niederländische Einwanderer zusammen mit dem Namen Sinterklaas nach Amerika. Aus dem Namen Sinterklaas wurde Santa Claus und aus den Ikonenbildern vom Heiligen Nikolaus wurde der rotbackige Weihnachtsmann. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts kreierte der holländische Karikaturist Thomas Nast die Weihnachtsmannoptik des Santa Claus nach dem Vorbild des weißbärtigen Mannes mit rotem Bischofsmantel. Später wurde diese Darstellung für Coca-Cola-Werbefeldzüge übernommen und gelangte so als verweltlichter Weihnachtsmann zurück nach Deutschland, um dort in Konkurrenz zum Christkind zu Weihnachten Geschenke zu verteilen.

Dass mittlerweile an Weihnachten statt am Nikolaustag die Bescherung stattfand, lag übrigens an Martin Luther. Denn dieser bekämpfte die Heiligenverehrung vehement und förderte stattdessen die Bescherung durch das Christkind am Heiligabend. Heute kann man Nikolaus und Weihnachtsmann leicht durch unterschiedliche Kleidung und Accessoires erkennen: Der Nikolaus trägt einen Bischofsmantel, einen Bischofsstab und eine Bischofsmitra (spitz zulaufender, hoher Bischofshut). Er hat oft ein goldenes Buch mit Aufzeichnungen über böse und gute Taten der Kinder dabei. Der Weihnachtsmann trägt dagegen einen roten Anzug mit weißem Pelzbesatz, eine Weihnachtsmannmütze und schwarze Stiefel. Typischerweise kommt er mit einem Rentierschlitten angeflogen.

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Die Nikoläuse der Welt und ihre Begleiter

Je nach Land hat der Heilige Nikolaus andere Namen: Sveti Nikola in Kroatien, Moş Nicolae in Rumänien, Sinterklaas in den Niederlanden, Klees’chen in Luxemburg, Nikolo in Österreich, Sachmichlaus in der Schweiz und Noel Baba in der Türkei. Regional gibt es dabei oft sehr verschiedene Bräuche, mit denen der Nikolaustag begleitet wird. In Rumänien zum Beispiel schenkt der Nikolaus unartigen Kindern einen Apfelbaumzweig. Blüht dieser bis Weihnachten, vergibt er dem Kind seine Missetaten. Sehr häufig ist dem Nikolaus dabei ein düsterer Begleiter an die Seite gestellt, der als Gegenpol zu den Geschenken und Belohnungen des Nikolaus für das Bestrafen der unartigen Kinder zuständig ist. In Deutschland ist das der mürrische Knecht Ruprecht, in der Schweiz Schmutzli, in Frankreich Père Fouettard, in den Niederlanden der gezähmte Teufel ‚Zwarte Piet‘, in Österreich, Bayern und Kroatien der bocksfüßige Krampus, der mit Teufelsfratze, Kettenrasseln und Rute die Unartigen erschrecken soll. Gruselig!

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Was passiert am Nikolaustag – Nikolausbräuche für Kinder

Seit Generationen gibt es in Deutschland zum Nikolaustag den Brauch vom Nikolausstiefel. Dazu putzen die Kinder am Vorabend des 6. Dezembers ihre Stiefel oder Schuhe und stellen sie vor die Tür. Über Nacht kommt dann der Nikolaus, unter Umständen auch mal vertreten durch die Eltern, und füllt die Stiefel mit Süßigkeiten und kleinen Geschenken. In früheren Zeiten wurden statt Stiefeln gebastelte Papierschiffchen vor die Tür gestellt. „Schiffchensetzen“ hieß dieser Brauch.

Besonders eindrucksvoll für kleine Kinder ist ein persönlicher Besuch vom Nikolaus, der meist mit Sack und goldenem Buch ausgestattet im heimischen Wohnzimmer eine kleine Bescherung veranstaltet. Wer seinem Kind so ein Erlebnis bieten möchte, findet dafür online verschiedene Agenturen, bei denen man Nikoläuse plus Gehilfen buchen kann.

In einigen Gegenden Deutschland verkleiden sich die Kinder am Abend des 6. Dezembers als Nikoläuse, gehen von Haus zu Haus und bitten um Süßigkeiten.

Unser liebster Leseliebe-Brauch zum Nikolaustag ist aber natürlich das gemeinsame Lesen einer schönen Nikolausgeschichte oder das Singen von Nikolausliedern. In „Conni und der Nikolaus“ bekommst du gleich noch mehr Ideen für Bräuche rund um den Nikolaustag: in den geputzten Stiefel den Wunschzettel für den Weihnachtsmann stecken, ein gemütliches Kaffeekränzchen mit der Familie und nikolausiges Plätzchenbacken.

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Nikolausgeschenke für Kinder: Tipps & Ideen

Klassiker unter den süßen Geschenken sind sicherlich Nikoläuse aus Schokolade. Ebenso gibt es Nikoläuse aus Lebkuchenteig oder Hefeteig. Gerade die gebackenen Nikoläuse kann man auch wunderbar gemeinsam mit Kind herstellen und zum eigenen Familienbrauch am Nikolaustag etablieren.

Neben Süßigkeiten wie Lebkuchen, Marzipan, Schokolade und typischen Weihnachtsleckereien sind rotbackige Äpfel, Mandarinen mit Laub, Nüsse und Tannenzweige altbewährte, stimmungsvolle und deutlich gesündere Nikolausgeschenke. Als zusätzliche Gaben bieten sich Kinderbücher vom Pixi bis zum Kinderroman an. Stöbere doch einfach mal in unseren Buchtipps. Besonders gut zum Anlass passen unsere Buchempfehlungen zur Weihnachtszeit. Auch Bilderbücher, Sachbücher und Mitmachbücher sind toll als Geschenk zu Nikolaus. Du brauchst noch mehr Inspiration? Dann ist bei diesen Ideen vielleicht etwas für dich dabei:

 

  • Nikolausgeschenke zum Kreativsein: Knete, Malstifte, Bastelsets
  • Nikolausgeschenke zum Spielen: Taschenspiele, Kartenspiele, Zauberwürfel, Spielzeugautos, Spielfiguren, Scherzartikel, Seifenblasen
  • Nikolausgeschenke zum Bauen: kleine Sets mit Bausteinen, Teile für Kugelbahnen, Bauklötze
  • Nikolausgeschenke zum Liebhaben: Kuscheltiere, Puppen, Sammelfiguren
  • Nikolausgeschenke zum Tragen: Kuschelsocken, T-Shirts, Mützen, Armbänder, Ketten, Anhänger
  • Nikolausgeschenke für den Alltag: Becher, Kalender, witzige Stifte
  • Nikolausgeschenke für gemeinsame Aktivitäten: Gutscheine für … Plätzchenbacken, Lebkuchenhausbauen, Weihnachtsbasteln (Link), Vorlesezeit, Schlittschuhlaufen

Wie verbringt ihr den Nikolaustag in der Familie? Gibt es bei euch einen besonderen regionalen Brauch zum Nikolaus? Kennst du ein empfehlenswertes Kinderbuch mit einer schönen Nikolausgeschichte? Welches? Schreib uns einen Kommentar!

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