Artikel: Wissenswertes über Comic-Romane

Comic-Romane für Kinder

Was ist ein Comic-Roman? Fördern Comic-Romane das Lesen? Wir haben uns mit dem coolen Buch-Format für Kids befasst!

„Comic-Roman“ wird häufig als deutsche Übersetzung von „Graphic Novel“ angegeben. Doch das geht an der praktischen Verwendung der Begriffe vorbei. Die Graphic Novel bezeichnet eher komplexe Bildergeschichten mit einem künstlerischen Anspruch für Erwachsene, Jugendliche oder ältere Kinder. Entsprechend sind deutsche Bezeichnungen wie „graphische Literatur“ oder „grafische Novelle“ passender. Comic-Romane vermitteln dagegen schon durch das englische Wort „comic“ für „komisch“ einen spielerischen, unterhaltsamen Ansatz. Sie richten sich vorrangig an Kinder und verbinden das Erzählen über comicartige Bilder mit einem deutlich erhöhten Textanteil. Damit bilden sie auch einen Übergang vom Bilderbuch zum Lesebuch und können durch ihre verspielte Gestaltung selbst Lesemuffel vom Lesen begeistern. Wir verraten dir hier alles, was du über Comic-Romane wissen musst! 

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Was ist ein Comicroman

Was ist ein Comic-Roman?

Eine einheitliche Definition für Comic-Romane gibt es nicht. Dabei finden wir es eigentlich ganz einfach: Comic-Romane verbinden typische Elemente aus Comic und Roman miteinander. Ein klassischer Comic erscheint als Heft oder Album und zeigt aufeinanderfolgende Bildfelder (Panels) mit weißen Zwischenräumen (Gutter). Der Text steht in Sprech- oder Gedankenblasen oder in einem Erzählkasten (Textbox). Ein Roman enthält dagegen vor allem Fließtext erscheint in Buchform. Begleitende Bilder zeigen nur das, was der Text beschreibt und erzählen keine zusätzlichen, eigenen Inhalte. Beides zusammen bedeutet, dass Fließtext-Passagen, Bildfolgen und typische Comic-Elemente in einem Buch kombiniert sind. Auch hierin besteht ein Unterschied zur Graphic Novel. Die kann zwar epische Ausmaße annehmen und sehr komplexe Geschichten erzählen, das bildhafte Erzählen steht optisch aber im Vordergrund. Text kommt bevorzugt in Sprechblasen, Erzählkästen oder im Bild vor, weniger in separaten Fließtexten. Für uns bei Leseliebe ist es ein Comic-Roman, wenn folgende Elemente zusammenkommen

  • ein typisches Buchformat (Hardcover, Taschenbuch oder E-Book) 
  • Fließtext-Passagen außerhalb von Blasen, Kästen oder Bildern 
  • Comic-Elemente wie Panels, Sprech- und Gedankenblasen oder Soundwörter (Zzzisch, Bumm, Krrrrck) 
  • ein hoher Bildanteil (Bilder auf jeder oder jeder zweiten Doppelseite) 
  • eine Kapitel-Struktur 

Wichtig: Für die Gestaltung der Bilder und den Text-/Bildanteil gibt es bei Comic-Romanen keine festen Vorgaben. Die Übergänge sind fließend.

Wie motiviert ein Comicroman zum Lesen

Wie motivieren Comic-Romane zum Lesen?

Comic-Romane sind schon richtige Lesebücher mit viel Text. Aber sie erschlagen dein Kind nicht mit grauen Textwüsten. Ganz im Gegenteil! Durch ihren hohen Bildanteil und die verspielten Comic-Elemente sehen sie statt nach harter Lesearbeit nach Spaß und Unterhaltung aus. Schon allein dadurch können Comic-Romane auch Lesemuffel ansprechen. Und weil ein Comic-Roman dann meist auch wirklich spaßig und unterhaltsam ist, wird der positive Eindruck bestätigt und gefestigt. Wichtig für die Lesemotivation ist auch, dass im Comic-Roman die Entschlüsselung der Geschichte nicht vollständig über die Bilder funktioniert. Die häufig sehr dynamischen und ausdrucksstarken Bilder, die sowohl farbig als auch schwarz-weiß sein können, erzählen nur einen Teil der Geschichte. Oder sie ergänzen die Story wie ein lustiger Kommentar. Das macht unheimlich neugierig und wirkt wie ein sanfter Schubs hin zum Lesen, weil man unbedingt erfahren möchte, was genau da passiert.

Welche Formen von Comic-Roman gibt es für Kinder?

Eine ganz typische Form des Comic-Romans für Kinder ist das Tagebuch (Diary). Comic-Romane im Tagebuchstil werden aus der Ich-Perspektive erzählt, haben meist eine handschriftlich wirkende Schrift und Datumsangaben. Der Seitenhintergrund kann liniert sein und an Schreibhefte erinnern. Und statt vollständiger Comic-Panels gibt es vielleicht eher kurze Comicstrips, Bilder in der Optik eingeklebter Fotos oder lustige Kritzeleien (Doodles). Die Ich-Perspektive sorgt für einen sehr ehrlichen, nahbaren, häufig sehr witzigen Ton und schafft beste Voraussetzungen für eine hohe emotionale Bindung an die Geschichte.

Eine andere weit verbreitete Form knüpft an das klassische Bilderbuch an und ist eine ausgewogene Mischung von Comic und Kinderroman. Die Erzählung, Illustration und Kommentierung über Bilder nehmen einen ebenso wichtigen Raum im Buch ein wie der Fließtext. Es kann ganzseitige Panels, kurze Bildsequenzen oder Illustrationen mit Elementen wie Sprechblasen und Soundwörtern geben. Genauso kann der Fließtext komplette Buchseiten oder Doppelseiten füllen. Die Perspektive einer allwissenden Erzählstimme oder einer Ich-Stimme macht es deinem Kind dabei leicht, sich in die Geschichte hineinzuträumen.

Noch eine beliebte Form von Comic-Romanen ist das Erstlesebuch mit Comic-Elementen für den Lesestart. In der Lesestufe 1 ist der Textanteil noch sehr gering und unterteilt sich in kurze Lesehappen von ein bis drei kurzen Sätzen. Mit jeder Lesestufe nimmt der Anteil von Text dann zu, sodass in der Lesestufe 3 auch schon längere Abschnitte zu lesen sind. Schrift und Zeilenabstände sind dabei noch immer angenehm groß. Ganze Textseiten ohne Bild gibt es jedoch noch nicht, sodass Kinder beim Lesestart optimal gefördert werden, ohne sich überfordert zu fühlen und schnell erste Erfolgserlebnisse feiern können. Gleichzeitig ermöglicht die zusätzliche Bildebene das Erzählen komplexerer Geschichten, als es allein mit den einfachen Satzstrukturen zum Lesestart möglich wäre. Das macht das Lesen spannender und motivierender.

Hat dein Kind bereits Erfahrungen mit Comic-Romanen gemacht? Welchen Comic-Roman mag es besonders gerne? Schreib uns einen Kommentar!

Leseliebe FAQ - die meistgestellten Fragen und unsere Antworten

Die wichtigsten Fragen kurz beantwortet: unser Comic-Roman-FAQ

Was ist ein Comic-Roman für Kinder?

Ein Comic-Roman für Kinder ist eine Mischform aus Roman und Comic. Er kombiniert Fließtext mit Illustrationen, Panels oder Bildsequenzen. Anders als ein klassisches Bilderbuch richtet er sich meist an Kinder, die im Grundschulalter oder älter sind, und erzählt längere, kapitelstrukturierte Geschichten. Im englischsprachigen Raum entspricht er in etwa der Early Graphic Novel.

Worin unterscheidet sich ein Comic-Roman von einem Bilderbuch?

Ein Bilderbuch erzählt über großformatige Illustrationen und kurze Texte einfache Geschichten für kleine Kinder. Ein Comic-Roman nutzt dagegen oft Panels, Sprechblasen oder eingeschobene Bildsequenzen innerhalb einer längeren Textstruktur und richtet sich an ältere Kinder.

Ab welchem Alter sind Comic-Romane geeignet?

Comic-Romane gibt es für verschiedene Altersgruppen. Erstlesebücher mit Comic-Elementen eignen sich bereits für Kinder ab 5 Jahren. Richtige Comic-Kinderroman-Hybride erfordern schon einiges an Lesekompetenz und eignen sich eher für Kinder ab 8 Jahren. Es gibt aber auch Comic-Romane, die erst ab 10 oder 12 Jahren oder für Jugendliche empfohlen werden. Entscheidend sind die Komplexität der Geschichte und die inhaltlichen Themen. Achte daher unbedingt auf die Altersempfehlung des Verlags.

Fördern Comic-Romane das Lesen und den Spaß daran?

Ja. Durch die Kombination aus Text und Bild wird das Textverständnis unterstützt. Dadurch sind Comic-Romane auch für leseschwächere Kinder geeignet. Die Bilder sprechen zudem auf vielfache Weise die Sinne an, was den Unterhaltungswert steigert und damit auch die Lesemotivation.

Gibt es verschiedene Formen von Comic-Romanen für Kinder?

Ja, wir unterscheiden: 

  • Tagebuchstil (Diary-Form) 
  • Mischformen aus Comic und Kinderroman 
  • Erstlesebücher mit hohem Bildanteil und Comic-Elementen

Sind Comic-Romane richtige Literatur?

Ja. Comic-Romane sind anerkannte Formen der Kinder- und Jugendliteratur. Sie verbinden literarisches Erzählen mit visueller Gestaltung und gelten heute als wichtiger Bestandteil moderner Leseförderung.

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